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Ihre persönliche Gästefarm 
in den Erongobergen, Namibia

UPDATE 02: Omandumba Gästefarm und Bushcamp in der Corona Krise - Unsere aktuelle Lage

Omandumba-Team

Hier auf unserer Website nehmen wir Euch mit auf eine virtuelle Reise und wollen Euch zeigen, wie wir diese schwierige Zeit erleben und Euch mit regelmäßigen Nachrichten über Omandumba und seine Mitarbeiter versorgen. Wir möchten Euch mit Geschichten und Bildern aus unserem Alltag ein bisschen Namibiagefühl nach Deutschland schicken. Wir wissen, wie viele von Euch die geplante Reise durch die gegebenen Umstände absagen müssen oder mussten und hoffen, Euch so doch noch ein kleines Stück Namibia zeigen zu können und bei Euch die Vorfreude auf die nächste Namibiareise zu erhalten oder zu wecken. Wir bleiben in Kontakt!

Update 02: 01. Juli 2020

Die derzeitige Situation – wir sind in der ersten Woche des Juli 2020 – gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich möchte dies Euch am Beispiel eines Ausfluges darstellen, den wir kürzlich unternommen hatten:

Von hier aus konnten wir eine schöne Tagestour ins Sossusvlei unternehmen. Wir waren die einzigen Besucher ... das war ein tolles Erlebnis und ein unbeschreibliches Gefühl. Schon auf dem Weg hin und dann noch einmal auf dem Weg zurück, ist es bei uns so richtig eingesunken .... ALLE Lodges, Unterkünfte stehen LEER. So schön es war, im Vlei ganz alleine zu sein, so erschreckend war der Anblick von den vielen leeren Unterkünften. Man ist so hin und her gerissen! Einerseits tut es Namibia, der Natur, so gut, nicht von so vielen Touristen befahren zu werden ... ein Denkanstoß vielleicht, wie es mit Namibia weiter gehen soll ... und auf der anderen Seite sind die finanziellen Folgen, die Arbeitslosigkeit ...ich glaube, dass wir gar nicht so richtig wissen, was wirklich noch auf uns zukommt.

Seit der letzten Aktualisierung ist der nationale Lockdown teilweise weiter gelockert worden:  

Bis inkl. 06. Juli ist die Bewegungsfreiheit im ganzen Land gegeben mit Ausnahme der Region Erongo: die Bewohner der Städte Walvis Bay, Swakopmund und Arandis dürfen sich nur innerhalb der Stadtgrenzen dieser drei Städte bewegen, dürfen zwischen den Städten pendeln, aber nicht in den Rest der Region Erongo und in den Rest des Landes fahren. Ausgenommen sind die sog. „essential services“ und begründete Notfälle, aber jeweils nur mit polizeilicher Genehmigung. Grund dafür ist eine Konzentration von Erkrankungen besonders in Walvis Bay („hotspot“).

Die internationalen Grenzen bleiben bis auf Weiteres geschlossen, d.h. also weiterhin kein Tourismus aus dem Ausland. Von dem lokalen Tourismus aber können die vielen Lodges, Gästefarmen und Gästehäuser etc. nicht überleben.

Restaurants haben ( wieder) geöffnet, aber überall besteht die Abstandspflicht und auf öffentlichen Plätzen auch weiterhin Maskenpflicht.

Mittlerweile verzeichnen wir ca. 300 am Coronavirus infizierte Fälle ( davon sehr wenige mit Symptomen), 25 Genesene und keinen Todesfall.

Die Situation ist – neben der eigentlichen Erkrankung – sehr unübersichtlich und verwirrend. Klare Ansagen aus Windhoek gibt es nicht, bis auf die Vorschriften, die den Lockdown betreffen. Über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung schweigt man sich aus, das eine Ministerium nennt eine 14-tägige Quarantäne Pflicht für ausländische Touristen bei der Einreise, eine andere Regierungsstelle sagt dann wiederum, nein, das geht auch anders. Und dann hört man gar nichts mehr. Unter der Bevölkerung macht sich Wut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, aber auch teilweise Angst vor dem Virus breit. Jeder versucht auf seine ganz spezielle Art und Weise durchzukommen.

Unsere „Omandumba-Lage“ zeigt sich so: Christian, unser Ältester, soll nach Deutschland, um dort seine Ausbildung zu beginnen. Die sog. Repatriierungsflüge werden immer wieder angesagt, und dann aus technischen“ Gründen kurzfristig verschoben. Auch diesbezüglich gibt es immer wieder zahlreiche Informationen, oft widersprüchlicher Art, meist sehr verwirrend.

Im Camp kochen Engelbertha, Meeke und Agnes fleißig Kaktusfeigensaft, um mit dem Verkaufserlös unseren Cashflow etwas zu unterstützen.

Derweil bringt Harald zusammen mit Cleophas und Pieter die Campingplätze auf Vordermann und hobeln die Straßen.

Die Spendenaktion entwickelt sich weiterhin gut. Die Spendensumme hat aktuell 5385Euro erreicht, und damit genau 2 Drittel des angestrebten Betrages von 8000Euro. Wir sagen wieder einmal Dankeschön für jede Unterstützung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sogar aus Namibia.

Am kommenden Dienstag läuft die aktuelle Lockdown – Maßnahme aus, wir wissen aber nicht, wie weiter entschieden wird. Gibt es für einzelne Regionen Veränderungen, Erleichterungen vielleicht sogar? Wir schauen mit Spannung nach vorne.

Persönlich versuchen wir, unsere Innere Kraft zu erhalten und unverändert positiv nach vorne zu schauen.

Bleibt gesund, Fortsetzung folgt.

Eure Familie Rust mit dem Omandumba Team

Update 01: 01. Juni 2020

Inzwischen (seit dem 04. Mai) ist der nationale Lockdown teilweise aufgehoben worden, wie befinden uns in der sogenannten Stufe 2 (von4). Reisen innerhalb von Namibia und somit zwischen den einzelnen Regionen sind wieder möglich. Die internationalen Grenzen bleiben weiterhin geschlossen.

Es besteht auf allen öffentlichen Plätzen Maskenpflicht, also überall, wo Menschen außerhalb ihres Hauses zusammen kommen. Und die sog. „social distance“ von 1,5m muss ebenfalls eingehalten werden.

Beherbungsbetriebe wie Lodges, Gästehäuser usw. durften den Betrieb mit Einschränkungen wieder aufnehmen. Betriebe, die auch Speisen anbieten, müssen dies in Form von „take away“ machen. Eine andere Möglichkeit besteht, als Selbstversorger zu übernachten.

Wir auf Omandumba hatten seit Beginn der Stufe 2 vor drei Wochen gelegentlich Gäste in unserem Bushcamp als auch auf den Campsites. Das vergangene lange Wochenende mit den nationalen Feiertagen wurde von einer größeren Gruppe ( als Selbstversorger) ebenfalls genutzt. Leider reichen die Einnahmen daraus immer noch nicht, um unsere Selbstkosten zu decken.

Aktuell sind Engelbertha, Agnes, Martha, Christina, Cleophas, Pieter und Wolfgang auf Omandumba.  Von den bisherigen 10 sind Alexander und Meeke vorübergehend zuhause und Thelma ist im Urlaub. Wir sind sehr dankbar darüber, mit dem vollen Einsatz der verbliebenen Angestellten den Gästebetrieb am Laufen halten zu können.

Die Spendenaktion entwickelt sich gut, langsam, aber stetig. Wir danken allen Spendern, egal, welchen Betrag sie gespendet haben, ganz ganz herzlich dafür. Die Spendensumme beträgt aktuell knapp 3000 Euro.

Eine weitere Änderung hat sich für die Schulen ergeben: Klasse 11(unsere Tochter Anne) und 12 sollen bereits ab 3. Juni wieder den Schulbetrieb aufnehmen; es folgen Klasse 3 am 22. Juni, Klasse 7 und 9 (unser Sohn Sebastian) am 6. Juli sowie Klasse 4, 5, 6, 8 und 10 am 20. Juli. Der Schulbetrieb dauert für alle Klassen bis 18. Dezember.

Am 02. Juni soll die Stufe 3 des Lockdowns erfolgen. Wir sind zuversichtlich, dass es zu einer weiteren Lockerung der nationalen Einschränkungen kommen wird, zumal die Höhe der bestätigten Fälle immer noch sehr niedrig ist, aktuell 21 Personen. Die neu-infizierten Personen sind alle aus Südafrika eingereiste Personen.

Und wir hoffen außerdem, dass auch schon bald wieder internationale Besucher nach Namibia kommen dürfen. Die aktuelle Entwicklung in Europa, besonders auch hinsichtlich der Aufhebung der internationalen Reiseeinschränkungen, lässt uns sehr positiv nach vorne schauen.

Der Anfang - 01.Mai 2020

Als wir das erste Mal von Corona hörten, hätten wir nie damit gerechnet, dass die Situation so bedrohlich für uns werden könnte. Die möglichen Folgen wurden uns erst bewusst, als in Europa die ersten Grenzen geschlossen wurden. Zu der Zeit war unser ältester Sohn Christian für ein Praktikum in Deutschland. Er schaffte es gerade noch den letzten Flug nach Hause zu nehmen, bevor Namibia die Grenze und den internationalen Flughafen schloss. Wir waren überglücklich, dass er wieder bei uns war. Aber damit wurde uns auch der Ernst der Lage deutlich. Wie sollten internationale Gäste zu uns gelangen, wenn die Grenzen geschlossen sind? Als am 17. März der nationale Notstand ausgerufen wurde, war klar, dass wir wohl nicht mal mehr mit Gästen aus Namibia rechnen konnten. Das heißt für uns, dass wir für eine nicht absehbare Zeit keine Einnahmen erzielen.

Bis zum 24. März hatten wir noch einige Gäste auf der Farm. Nachdem diese nun abgereist sind, sind wir allein. Schon am 14. März hatten wir angefangen, mit den Angestellten Gespräche darüber zu führen, wie es weitergehen kann. Uns selbst war schnell klar, dass wir unsere etwa 20 Mitarbeiter nicht in der gewohnten Weise weiter beschäftigen können. Aber was sollten wir jetzt tun?

In Namibia gibt es keine staatlichen Unterstützungen wie Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld. Wir sind also auf uns selbst angewiesen und müssen alleine sehen, wie wir durch diese Krise kommen. Die Regierung stellt zwar jedem Bürger einen einmaligen Betrag von 750 N$ (48,-- EUR) pro Person bereit, aber damit kann sich keiner lange über Wasser halten.

Zunächst haben wir jeweils eine Person von den bei uns arbeitenden Ehepaaren entlassen. In den darauffolgenden Tagen wurde uns jedoch bewusst, dass die Reisebeschränkungen lange andauern werden und unser Geld auch so nicht reichen wird. Außerdem müssen wir alle gleich behandeln. Das hieß, dass wir entweder alle oder keinen entlassen. Am 27. März haben wir die schwerste Entscheidung unseres Lebens getroffen und allen unseren Angestellten gekündigt. Gleichzeitig haben wir all unseren Leuten angeboten, weiter auf der Farm zu bleiben und so lange es geht den Mindestlohn zu erhalten und von uns weiter mit Fleisch versorgt zu werden.

Am gleichen Tag kam der Lockdown und die Erongoregion wurde abgeriegelt. Ohne Permit dürfen wir unser Gebiet nicht mehr verlassen und niemand darf einreisen. Viele unserer Angestellten wollten zu ihren Familien zurückzukehren. Die San vom Living Museum waren dazu bereits vor dem Lockdown nach Tsumkwe abgereist.

Durch die Reisebeschränkungen konnten viele der Arbeiter jedoch nicht abreisen. Zudem erwarten sie in der Heimat unter Umständen schlechtere Lebensverhältnisse als hier auf der Farm. Daher sind ca. 10 Mitarbeiter bei uns geblieben. In solch schwierigen Zeiten ist es wichtig zusammenzuhalten. Wir haben uns nun darauf geeinigt, dass die verbliebenen Mitarbeiter halbtags für ihren normalen Lohn arbeiten. Auch Thelma und Wolfgang sind noch bei uns und kümmern sich darum, dass auf der Gästefarm und im Bushcamp alles in Stand gehalten wird. Auch unseren drei Mitarbeitern Claudia, Cecil und Christina aus dem benachbarten Damaraland stellen wir ihre Fleischrationen weiter zu Verfügung. Sie können jedoch wegen des Lockdowns nicht zu uns kommen.

Das Fleisch stammt von unserer Farm. Dadurch, dass wir keine Gäste mehr haben, brauchen wir nicht mehr viel davon. Wir gehen davon aus , dass wir ca. alle drei Monate zwei Oryxe oder Zebras erlegen müssen. Wir hoffen darauf, uns so weit wie möglich selbst versorgen zu können. Dazu soll der Gemüsegarten erweitert werden und unsere Hühner haben gerade Küken bekommen. Die Regenzeit neigt sich jedoch bereits dem Ende zu und das Gras wird schon wieder gelb. Insgesamt haben wir bisher 150 mm Regen gehabt, das liegt etwas unter dem erwarteten Durchschnitt. Es wird also wieder trockener und wir werden auf Lebensmittel aus dem Supermarkt angewiesen sein. Dadurch, dass Omaruru (ca. 50 km) und Swakopmund (ca. 180 km) in der Erongoregion liegen, können wir diese Orte weiterhin etwa 1-mal im Monat zum Einkaufen besuchen. Die Einhaltung des Lockdowns wird durch das Militär scharf überwacht. An den Übergängen in andere Regionen gibt es z. T. Straßensperren, die niemanden ohne Permit passieren kann. Dies ist z. B. in Solitaire der Fall.

In Namibia gibt es aktuell (25.04.20) 16 bestätigte Fälle von Corona, aber noch keinen offiziellen Todesfall. Natürlich wird hier viel weniger getestet als in Deutschland oder anderen Ländern. Die genaue Zahl ist deshalb unbekannt. Die wenigen bekannten Fälle waren überwiegend Rückkehrer aus Südafrika oder Italien. Wir stehen weiter in engem Kontakt zu unseren Reiseveranstaltern Pak-Safaris und Chamäleon. Diese versuchen so schnell wie möglich wieder Reisen nach Namibia zu ermöglichen und kümmern sich um jeden einzelnen Fall. Aber durch die momentane Situation sind auch ihnen die Hände gebunden.

Wir und unsere Nachbarn versuchen daher, uns gegenseitig so gut es geht zu unterstützen. Natürlich machen sich alle ihre Gedanken wie es weitergehen wird und jeder hat auch so seine moralischen Tiefpunkte. Wir geben jedoch auf keinen Fall auf und nutzen die Zeit für die Umsetzung neuer Ideen auf der Farm und im Camp. Irgendwann werden die Grenzen wieder offen sein! Wir freuen uns schon sehr darauf, Euch dann bei uns willkommen heißen dürfen!

Bleibt gesund, Fortsetzung folgt,

Eure Familie Rust mit dem Omandumba Team

Unterstützung für das Omandumba Team

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Unterstützung für das Omandumba Team

Die Omandumba Guestfarm, wurde - wie viele Unternehmen in Namibia - hart von der Coronakrisa getroffen. Tatsächlich ist die Situation ziemlich prekär. Familie Rust und die Angestellten von Omandumba werden nun durch eine Spendenaktion über Betterplace von Henning und Jana Busch unterstützt. 

Hier finden Sie weitere Informationen:

Helfen Sie Omandumba

 

Harald & Deike Rust

Omandumba  Tel: +264 (0) 64 571 086

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